Konflikte in Tibet

Die tibetische Flagge - Sie ist in China verboten.

Tibet liegt auf einem großen Hochplateau in Mittelasien und grenzt an die Staaten China, Nepal, Indien, Bhutan und Burma. Das ursprüngliche Tibet hat eine Fläche von ca. 2,5 Millionen km² und ist damit ungefähr sieben Mal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Oft nennt man es auch das „Dach der Welt”.

Karte von Tibet Bereits im 13. Jahrhundert erhob das benachbarte Kaiserreich China Anspruch auf Tibet. Tibet strebt jedoch einen autonomen, von China unabhängigen Staat an. Dieser Konflikt dauert bis heute an und produziert vielerlei negative Folgen. Allein zwischen 1949 und 1979 verhungeren 343.000 Tibeter, 423.000 Menschen werden getötet oder fallen den chinesischen Haftbedingungen zum Opfer, 433.000 Tibeter sterben im Kampf gegen die chinesische Besatzungsmacht und ca. 9.000 Menschen wählen den Freitod.

Bereits 1644 schließt China Tibet in sein Reich ein. Großbritannien, Russland und China statuieren 1904 völkerrechtswidrig eine chinesische Oberhoheit über Tibet.

1911 kann sich Tibet dem chinesischen Einfluss fast vollständig entziehen. Die Unabhängigkeit Tibets wird ausgerufen, von China allerdings nicht anerkannt. Es kommt zu andauerndem Kleinkrieg an der tibetisch-chinesischen Grenze.

Ausrufung der Volksrepublik China durch Mao Zedong 1950 Nach der Gründung des kommunistischen Chinas durch Mao Zedong marschiert 1950 die „Volksbefreiungsarmee“ in Tibet ein und unterwirft es der Volksrepublik China. Ab nun ist Tibet eine Verwaltungseinheit von China.

1951 vereinbaren tibetische Vertreter unter massivem Druck mit der chinesischen Regierung das „17-Punkte-Abkommen“: Die Unabhängigkeit Tibets wird gegen weitestgehende Autonomie aufgegeben.

Tenzin Gyatso, der 14. Dalai Lama

Das geistige und politische Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, reist 1954 nach Peking, um zusammen mit Mao Zedong eine friedliche Lösung des Tibet-Konfliktes zu erzielen. Nach einigen Monaten reist er jedoch wieder ab, ohne eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung gefunden zu haben.

1959 kommt es zum Aufstand gegen die chinesische Besetzungsmacht. Dieser Aufstand wird jedoch blutig niedergeschlagen. In dieser Zeit flüchtet auch der Dalai Lama ins Exil nach Dharmshala, Indien. Ihm folgen bis heute hunderttausende Tibeter. In Indien wird eine tibetische Exilregierung gebildet, die bis zum heutigen Tag die Regierungsgeschäfte Tibets übernimmt.

1961 bestätigt die UN-Vollversammlung das Recht des tibetischen Volkes auf Selbstbestimmung. Die Volksrepublik China gewährt jedoch unverändert diese Selbstbestimmung nicht.

Die chinesische "Volksbefreiungsarmee"

1965 halbiert China die Fläche der „Autonomen Region Tibets“. Der Rest wird in chinesische Provinzen umgewandelt.

1966 beginnt die chinesische Regierung mit der „Kulturrevolution“ – einer politischen Kampagne, die die Vernichtung von Gedankengut unterstützen soll, das sich gegen die kommunistische Partei Chinas richtet. Tibetische Kulturdenkmäler werden zerstört, Regimegegner werden hingerichtet, fast alle der 6.000 tibetischen Klöster werden vernichtet. China versucht im Rahmen der Kulturrevolution die tibetischen Traditionen, Gewohnheiten, die Kultur und Denkmuster zu vernichten und ein anderes System in Tibet zu installieren, das ihren Vorstellungen entspricht.

Free-Tibet-Demo

Seit dem Tod Maos 1976 wurden die Maßnahmen der „Kulturrevolution“ entschärft: Zwangsumgesiedelte Tibeter dürfen in ihre Heimat zurückkehren und der Neubau von Klöstern wird gestattet.

1987 beginnen schwere Unruhen gegen die chinesische Besatzungsmacht, die jeweils blutig niedergeschlagen werden.

Der Dalai Lama erhält 1989 den Friedensnobelpreis – unter anderem wegen seinem gewaltlosen Kampf für Tibets Unabhängigkeit.

Im selben Jahr ruft China als Reaktion auf friedliche Studentenproteste das Kriegsrecht aus.

1994 verbietet China Bilder des Dalai Lamas in der Öffentlichkeit, in Klöstern, Tempeln und Privatwohnungen.

2008 erhöht sich der Druck der internationalen Staatengemeinschaft auf China als Gastgeber der olympischen Spiele erneut – jedoch erfolglos. Der Konflikt dauert bis in die Gegenwart an – und das mit über 1,2 Millionen Toten.

Dezember 2009

Pro-China und Pro-Tibet treffen aufeinander


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